Der Unglücksflug von "Police Foxtrot""
Das Rätsel um den Achensee-Absturz
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Alternativ auch in allen österreichischen und deutschen Buchhandlungen über die ISBN erhältlich sowie (Auszug möglicher Bezugsquellen) unter anderem bei Manz (Softcover & Hardcover),
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Informationen zum Buch: Format A5, 120 Seiten, 25 - zum Teil exklusive - Abbildungen, ISBN Softcover: 978-3-565261-81-9, ISBN Hardcover: 978-3-565262-62-5
Der Absturz des Flugpolizei-Helikopters OE-BXF in den Achensee
Ein zerstörter Hubschrauber, vier tote Polizisten und drei von hochkarätigen Experten benannte mögliche plausible Unfallursachen (Vogelschlag oder medizinische Probleme des
Piloten, möglicherweise durch „Flicker Vertigo“), die sich im 2012 veröffentlichten umfassenden Unfallbericht der Flugpolizei finden: Das sind die Eckdaten eines der schwersten
Unglücke in der Geschichte der österreichischen Flugpolizei, das sich am 30. März 2026 zum 15. Mal jährt. Damit könnte die Causa an dieser Stelle beendet sein - ist sie aber nicht.
Überblick
Denn acht Jahre nach dem grundsätzlich bereits seit 2012 so weit wie möglich aufgeklärten Absturz des Polizeihubschraubers mit dem Kennzeichen
OE-BXF in den Tiroler Achensee veröffentlichte plötzlich eine ganz andere österreichische Behörde, die beim Verkehrsministerium angesiedelte Sicherheitsuntersuchungsstelle des
Bundes, kurz SUB, ihren eigenen Bericht dazu und wies darin überraschenderweise allein dem Piloten die Schuld für den Absturz zu. Das riesengroße Problem an der Sache:
Die Qualität der Unfallermittlungen der SUB liegt laut dem internationalen Zivilluftfahrtverband ICAO niedriger als beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo oder Nigeria.
Dieses katastrophale Urteil ist öffentlich über die Homepage der ICAO abrufbar und in österreichischen Pilotenkreisen seit vielen Jahren wohlbekannt. Da überrascht es nicht,
dass dieser zweite Bericht (erschienen 2019) dann gleich zahlreiche schwere fachliche Mängel sowie offensichtliche Fehler aufweist und als Konsequenz daraus in Fachkreisen
überwiegend abgelehnt wird. Deshalb ließ das Innenministerium als Betreiber der Flugpolizei den ursprünglichen Unfallbericht der Flugpolizei aus dem Jahr 2012 ab 2019 auf
Betreiben des damaligen Leiters der Flugpolizei, Werner Senn, von einem internationalen Expertengremium noch einmal überprüfen. Laut schriftlicher Stellungnahme des
Innenministeriums vom Februar 2026 bestätigte dieses Gremium aus deutschen und Schweizer Fachleuten im Jahr 2022 „im Wesentlichen“ die Erkenntnisse der ersten internen
flugpolizeilichen Unfallkommission von 2012.
Luftfahrtjournalist Patrick Huber hat für sein 26. Buch gemeinsam mit Piloten beide Unfallberichte penibel ausgewertet sowie auf Plausibilität geprüft und zeichnet die
Ereignisse vom 30. März 2011 akkurat nach. Abgerundet wird sein jüngstes Werk durch ein ausführliches Interview mit Werner Senn. Der studierte Jurist ist selbst
ausgebildeter Pilot für Flächenflugzeuge sowie Helikopter und war von 2005 bis 2020 Leiter der Fugpolizei des BM.I. Außerdem ist Senn auch noch gerichtlich beeideter
Sachverständiger, unter anderem für Flugrettungsunfälle.
Details
Alle vier Besatzungsmitglieder (drei österreichische Polizeibeamte sowie ein Schweizer Grenzschützer) starben beim Absturz eines EC 135 (OE-BXF)
der Flugpolizei in den Tiroler Achensee am 30. März 2011. Der Crash
der „Police Foxtrot“ vor fast 15 Jahren ist bis heute eines der schwersten Unglücke in der Geschichte der österreichischen Flugpolizei. Trotz einer hochkarätig besetzten
Untersuchungskommission der Flugpolizei konnte die Ursache des Absturzes nicht vollständig geklärt, sondern lediglich auf drei plausible Möglichkeiten eingeschränkt werden: ein
akutes gesundheitliches Problem des erfahrenen Piloten, eine plötzliche Beeinträchtigung durch „Flicker Vertigo“ oder Vogelschlag. Unmittelbar vor dem Absturz war der Hubschrauber
aus dem Horizontalflug nach rechts in einen Sturzflug abgekippt und hatte dabei kurzzeitig eine Sinkrate von bis zu 5.000 Fuß pro Minute erreicht. Ein enorm hoher Wert, der von
keinem Piloten jemals absichtlich geflogen werden würde.
Doch acht Jahre nach dem Unglück veröffentlichte das Verkehrsministerium (genauer gesagt die ihm unterstellte SUB) dann plötzlich seinen eigenen Bericht und wies darin - durchaus
zur Überraschung der Fachwelt - dem Piloten die alleinige Verantwortung für den Absturz zu. Der als ausgesprochen erfahren und risikobewusst geltende Pilot, Chefinspektor
Markus Pumpernick, ein Mann
mit mehr als 10-jähriger tadelloser Sicherheitsbilanz und über 2.500 Flugstunden Erfahrung sowie fast 5.000 Starts und Landungen (großteils in anspruchsvollen alpinen Regionen), habe demnach ohne jeden Anlass urplötzlich ein hochriskantes Manöver durchgeführt, sich dabei in der Flughöhe verschätzt und sei deshalb in den Achensee gestürzt. Für diese gewagte und mehr als zweifelhafte These konnte das Verkehrsministerium allerdings nicht einen einzigen wirklich handfesten Beweis liefern. Die Fachwelt lehnt die Theorie des Verkehrsministeriums daher verständlicherweise größtenteils ab.
Denn der Bericht des Verkehrsministeriums, der ohne tatsächliche Beweise einfach einen Pilotenfehler unterstellt, wies etliche schwere fachliche Mängel auf und wurde zudem auch
noch von Personen erstellt, die selbst keinerlei Qualifikation als Hubschrauber-Einsatzpilot hatten.
Das ist in etwa so als würde man einen Krankenpfleger oder einen Medizinstudenten ein Gutachten darüber verfassen lassen, ob ein chirurgischer Oberarzt bei einer schwierigen Operation einen Kunstfehler gemacht hat.
Doch damit nicht genug: Noch am Abend des Absturzes (30. März 2011) gab es am Unglücksort vor Zeugen eine unprofessionelle Vorverurteilung des toten Piloten durch einen Ermittler
des Verkehrsministeriums. Sinngemäß sagte der zur SUB gehörende Mann (Name dem Autor bekannt), der Unfall müsse gar nicht erst groß untersucht werden, für ihn sei ohnedies längst
alles klar: Pilotenfehler aufgrund von Leichtsinn. Wohlgemerkt, zu diesem Zeitpunkt lagen der Hubschrauber und drei der vier Leichen noch in 104 Meter Tiefe auf dem Grund des
Achensees. Doch von dieser skandalösen Vorverurteilung - die eigentlich
zum sofortigen Abzug des Mannes von den Ermittlungen hätte führen müssen - abgesehen, liegt Österreich im Ranking der internationalen Zivilluftfahrtogranisation ICAO sogar hinter
der Demokratischen Republik Kongo und Nigeria, was die Qualität der Flugunfalluntersuchungen durch das Verkehrsministerium anbelangt. Selbst der österreichische Rechnungshof rügte
die zum Verkehrsministerium gehörende Stelle für Flugunfalluntersuchungen (SUB) erst im Jahr 2024 ziemlich kräftig, sprach unter anderem von „Unregelmäßigkeiten“, „verschwundenem Beweismaterial“, „massiv verspäteten Berichten“ und „organisatorischen Mängeln.“
In seinem 26. Buch zeichnet Patrick Huber mit der ihm eigenen Akribie den letzten Flug der OE-BXF minutiös nach und analysiert gemeinsam mit Piloten, warum die Erkenntnisse der
Flugpolizei hinsichtlich der Unfallursache (ein akutes gesundheitliches Problem des Piloten, eine Beeinträchtigung durch „Flicker Vertigo“ oder Vogelschlag) konkludent sind,
während der Autor gleichzeitig zahlreiche fachliche Mängel, Ungereimtheiten und möglicherweise sogar Schlampereien im umstrittenen Bericht
der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) des Verkehrsministeriums nachweisen kann.
Auch widerlegt Patrick Huber durch hohe fachliche Expertise und einen seriösen Faktencheck zahlreiche erwiesenermaßen unwahre Behauptungen einer Zeitungsartikel-Serie von zwei
österreichischen Reportern, die sich bei
ihrer Recherche fast ausschließlich auf den schwer fehlerbehafteten Bericht des Verkehrsministeriums (SUB) stützten.
Huber belegt das Geschriebene lückenlos mit harten Fakten, Aussagen von Piloten und messerscharfen Analysen. Am Ende des Buches findet sich in umfangreiches Quellenverzeichnis.
Der erfahrene Luftfahrtexperte und Fachjournalist für Flugsicherheit zeichnet so in seinem Buch „Der Unglücksflug von ,Police Foxtrot’ - das Rätsel um den Achensee-Absturz“ ein
klares faktenbasiertes Bild der Causa und setzt damit zugleich den vier Männern, die im Dienste der öffentlichen Sicherheit bei diesem Absturz auf so tragische Weise ihr Leben
ließen, ein würdiges Denkmal für die Ewigkeit.
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